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Lebenskraft vergangener Zeiten

Die 1950er-Jahre gaben der Uhrenwelt einen neuen Impuls.
Der technologische Fortschritt ermöglichte es, außerordentlich robuste und dennoch genaue Uhren zu bauen, die prompt ihren Weg zu einem professionellen Einsatz fanden. Dieses neue Marktsegment wurde weitgehend von Omega und Rolex beherrscht, die Uhren für jegliche Berufsgruppen und deren technisch-spezifische Bedürfnisse entwickelten. Aufgrund der Konstruktion der Werke wurde eine Robustheit erzielt, die eine noch nie dagewesene Ganggenauigkeit und gleichzeitig eine enorme Unempfindlichkeit gegenüber Stößen zu verwirklichen wusste. Die Uhren wurden so konstruiert, dass sie in großer Stückzahl hergestellt und verkauft werden konnten. Dazu kamen eine verbesserte Stahlqualität der Gehäuse und die Idee des verschraubten Gehäusebodens sowie der verschraubten Kronen. Beide schützten das Uhrwerk vor äußeren Einflüssen, wie Nässe und Staub in hohem Maße, sodass die Entwicklung der professionellen Taucheruhr nicht aufzuhalten war. Dass wir Ihnen hier diese außergewöhnliche Omega Privatsammlung zeigen können, dürfen wir durchaus als Wunder werten. Tauchen Sie mit uns in die Lebenskraft längst vergangener "utility watches"-Zeiten ein.
 
Wer hier nicht ausfreakt: Auszug einer privaten Omega Sammlung. Das, was hier zu sehen ist, hat einen Seltenheitswert von ziemlich unendlich. 
 
 
 
 
 

Omega Taucheruhr Seamaster 300

Die Seamaster 300 ist aus sammeltechnischer Sicht deutlich seltener als die Rolex Submariner. Frühe Versionen sind kaum zu finden und oft "verbastelt". Aufgrund der hohen Alltagstauglichkeit wurden diese robusten "Sportmodelle" nicht nur zivil genutzt, sondern auch von Streitkräften. Militärisch gewidmete Uhren sind in diesem Zusammenhang absolute Raritäten. Die britische Armee, aber nicht nur sie, kaufte immer wieder derartige Uhren. Kurios muten die Veränderungen an den Schrift- und Namenszügen der von der Pakistanischen Air Force, "P.A.F.", verwendeten Modelle an. Nicht nur, dass die P.A.F. Taucheruhren für Ihre Piloten verwendete, änderte sie auch den Namen des amagnetischen Modells "Railmaster" auf "Seamaster". 
 
Lollipop oh Lollipop: Sehr frühe Version einer Seamaster 300 Ref. 2913. Besonders auffallend die Bakelitlünette, die "Broad Arrow"-Zeiger der später 1950er-Jahre und die "Lollipop"-Ausführung des Zentralsekundenzeigers.
Call me selten: Variation aus der Seamaster Gruppe aus den späten 1960er-Jahren. Eine äußerst seltene Seamaster 120.
Ganz schön anders: Spätere Version einer zivilen Seamaster 300, eine Ausführung aus den 1960er-Jahren. 
 
 
 
 
 
 

Omega Railmaster

Mit der Railmaster brachte Omega 1957 eine hoch amagnetische Uhr auf den Markt. Mit den typischen Pfeilzeigern erinnert sie stark an die Seamaster 300, ihr Doppelgehäuse fungiert jedoch als spezielles Instrument für Wissenschaftler, Techniker und Elektriker, die in unmittelbarer Nähe zu starken elektromagnetischen Feldern arbeiten müssen. Beliebte und berühmte Verwendung fand die Railmaster auch bei der Pakistanischen Air Force. Diese Uhren waren immer mit dem Akronym P.A.F. signiert. Heute sind die Railmaster Modelle in einem originalen Zustand extrem selten und hoch begehrt. Sammeltechnisch gehören diese Uhren zu den besten.
 
Keine Angst vor physikalischen Phänomenen: Die berühmte Railmaster Ref. 2914 mit ihren typischen "Broad Arrow"-Zeigern der späten 1950er-Jahre und dem amagnetischen Gehäuse.
Schutzanzug de luxe: Abgebildet das verbaute Kaliber 284 mit der daneben liegenden amagnetischen Schutzkalotte.
 
 
 
 
 
 

Omega Ranchero

Inspiriert von den "drei großen Sportmodellen" Speedmaster, Seamaster 300 und Railmaster lanciert Omega 1958 ein flacheres und leichteres Modell in einem günstigeren Preissegment. Die Ranchero gab es in zwei Ausführungen: Cal 267 (CK 2990) mit kleiner Sekunde und Cal 284 (CK 2996). Beiden Modellen gemeinsam sind das attraktive Kontrastzifferblatt und die damals für Omega Sportmodelle typischen Pfeilzeiger. Die wasserdicht konzipierte Uhr wurde vom Markt nur schlecht aufgenommen und gehört deshalb heute zu den sehr seltenen und gesuchten Sammlermodellen.
 
Gar nicht monochrom: Das klassische Ranchero-Modell in der Ausführung schwarz und weiß, schön kontrastreich.




 

Eins bis zwölf: Atypische Ranchero Ref. 2996 SC mit unorthodoxen arabischen Ziffern und Zentralsekunde.






Falls wir nun Ihr Interesse für diese außergewöhnlichen und sammelwürdigen Modelle von Omega geweckt haben, scheuen Sie sich nicht davor, uns zu kontaktieren und mit uns dieses Thema genauer zu erkundigen.

Text entnommen und angepasst aus "Das Prinzip* Uhr" für den Blog der Chronothek.

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