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Chronograph: Die Stoppuhr macht's!

Chronograph - ein Begriff, den man oft gehört hat.
Doch wissen Sie, was genau ein Chronograph ist? Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten Ihnen, wie der erste Chronograph entstanden ist und wozu man diesen überhaupt braucht. Kleiner Spoiler: Stoppuhr-Freunde werden sich freuen.

1822 - Geburtsstunde des Chronographen

Wissen Sie, was der erste Chronograph getan hat? Er hat die zu messende Zeit auf sein Zifferblatt geschrieben. Mit Tinte. Das war 1822 und eine Erfindung von Nicolas Rieussec. Ein kleiner Tintenschreiber - ein Zeiger - markierte mit winzigen Punkten den Beginn des Messvorgangs und dessen Ende. Der Abstand, der dazwischen lag, war die verstrichene Zeit. Darum heißt der Chronograph exakt übersetzt auch "Zeitschreiber". Logisch und spannend zugleich. Zu Beginn war dies noch umständlich, da man die Zifferblätter ständig säubern oder gar wechseln musste. Doch dann kam er, der Sekundenzeiger, und hat diese Aufgabe übernommen. Konstruiert wurde dieser übrigens für eine Taschenuhr. Eine neue Zeit war angebrochen, denn so war das übersichtliche Messen kleiner Zeiteinheiten möglich. Starten, Anhalten und Nullstellen. Die drei rudimentären Funktionen des klassischen Chronographen.

Ärzte schätzten ihre Dienste: Omega 33.3 Chronographen aus den 1930er-Jahren. Großer Omega Chronograph mit einem außergewöhnlich kontrastierten Zifferblatt. Neben der Tachymeterskala am äußeren Zifferblattrand ist im Zentrum des Zifferblattes eine Pulsometerskala zu erkennen. Ein sogenannter Ärztechrono.

Unabhängiger Chronographenmechanismus

Mechanisch gesehen ist ein Chronograph eine normale Uhr, die kontinuierlich die Uhrzeit anzeigt. Das, was ihn jedoch differenziert, ist, dass ihm ein unabhängiger Chronographenmechanismus hinzugefügt wird. Zwar steuert das normale Uhrwerk die Chronographenzeit mit, dessen Anzeige ist jedoch eine vollkommen eigenständige. Der Chronograph ist ein beliebtes Lifestyle-Produkt, das er seiner Größe und seinem technischen Auftreten verdankt. Er kann also nicht nur technisch viel, sondern sieht dabei auch noch verdammt gut aus.

Die Schnecke kann's langsam: Extrem seltener Rolex Chronograph mit der Referenz 2508. Er gehört zu den frühen, noch nicht wasserdichten Chronographen der 1930er-Jahre. Gut ersichtlich die Telemeterskala (außen am Zifferblatt als Maßbezugseinheit 1 Mile). Im Blattzentrum eine sogenannte Schneckentachymeterskala, um auch geringe Geschwindigkeiten berechnen zu können.

Was die unterschiedlichen Skalierungen auf dem Zifferblatt bedeuten, verraten wir hier:
Tachymeterskala: Es wird die Zeit aus einem fahrenden Fahrzeug für eine Distanz von 1000 Meter gestoppt. Der ermittelte Wert gibt die Geschwindigkeit des Fahrzeuges an.
Telemeterskala: Es wird die Zeit zum Beispiel von einem Blitz bis zum darauffolgenden Donner gestoppt. Der ermittelte Wert gibt die Distanz vom Einschlag des Blitzes zum Beobachter an.
Pulsometerskala: Es wird die Zeit, diesmal während der an der Skalierung angegebenen Pulsschläge, gemessen. Der ermittelte Wert gibt die Anzahl der Pulsschläge pro Minute an.

Rolex Daytona Handaufzug: Ein Exemplar der Referenz 6263 mit schwarzem Zifferblatt und schwarzer Lünette - besonders ausdrucksstark aus 1975/1976.




Aber egal, ob Sie Tachymeter, Telemeter oder Pulsationsmessung tatsächlich brauchen. Wer einmal begonnen hat, sich dem Mess-Spaß hinzugeben, wird seinen wahren Wert schnell erkennen.

Text entnommen und angepasst aus "Das Prinzip* Uhr" für den Blog der Chronothek.

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